close
Blog

Sind Sie auf den digitalen Produktpass vorbereitet?

Read Time:6 MINUTES
28. Februar 2024
Digital Product Passport

Der Digital Product Passport (DPP) wird in der Europäischen Union (EU) als neue Richtlinie gelten und erhebliche Auswirkungen auf das globale Datenmanagement und die Geschäftsabläufe von Herstellern und Händlern haben. Doch worum geht es genau? In diesem Blog lesen Sie die wichtigsten Informationen und was Unternehmen brauchen, um sich erfolgreich aufstellen zu können.

Digital Product Passport

Verbraucher wollen mehr Nachhaltigkeit und Transparenz

Wie wichtig ist für Sie als Käufer, die Produktinhalte zu kennen? Wenn Sie „sehr“ sagen, sind Sie nicht allein. Die Erwartungen der Verbraucher hinsichtlich dessen, was in dem Produkt steckt und über die Herkunft Bescheid zu wissen, verändern sich weltweit zunehmend. Viele wechseln möglicherweise zu „umweltfreundlicheren“ Marken, wenn sie mit dem Grad der Transparenz des Produktinhalts nicht zufrieden sind. Von der Gastronomie über Verbrauchsgüter bis hin zum verarbeitenden Gewerbe steht jeder Sektor unter verstärkter Beobachtung durch die Käufer.

According to a joint study by McKinsey & Company and NielsenIQ, “products making ESG-related claims averaged 28 percent cumulative growth over the past five-year period, versus 20 percent for products that made no such claims.” Just think of the long-term growth potential that more transparency can yield!

Was ist der Digital Product Passport?

Here’s some background: The DPP was created to help achieve the mission of The European Green Deal, which strives for the European Union to become the first climate-neutral continent with net-zero greenhouse gas emissions by 2050. There are several initiatives to meet this ambitious goal. One of these includes updating the Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR), the European Commission’s cornerstone policy to achieve more environmentally sustainable and circular products. During this update, the DPP will be introduced to help fulfill this directive.

Welche Art von Daten wird der Digital Product Passport benötigen?

Für den Digital Product Passport werden zentrale Informationen über Produkte während ihres gesamten Lebenszyklus erforderlich sein: Also Informationen darüber, wo und wie das Produkt hergestellt wurde, welche Materialien verwendet wurden und was die Materialien enthalten, wie die Komponenten am Ende der Lebensdauer des Produkts repariert oder recycelt werden sollten.

Ziel ist es, vollständige Transparenz und Rückverfolgbarkeit in Bezug auf Produkte, Herkunft, Inhaltsstoffe und CO2-Fußabdruck zu erreichen. Auf diese Weise vermittelt der Pass ein vollständiges Bild des Produktlebenszyklus. Er sollte aber auch Konzepte enthalten, wie etwa Anweisungen für das Recycling oder das Herstellen von kreislauffähigen Produkten und Geschäftsmodellen.

Vorteile des DPP

  • Bildet die Grundlage für einen kosteneffizienten Prozess, der den Austausch von Daten und Informationen erleichtert.
  • Setzt einen qualitativ hochwertigen Mindeststandard von Inhalten und Informationen
  • Gewährleistet Kompatibilität beim Datenaustausch
  • Erleichtert die Beschaffung
  • Fördert Handel und Export

Um mit den Vorbereitungen zu beginnen, sollten Sie Ihre Situation, Ihr Unternehmen, Ihre Branche und Ihren Wirtschaftszweig betrachten. Sind Sie global tätig? Sind Sie es nicht? Wo sind Sie ansässig? Beginnen Sie jetzt, sich in Ihrem Unternehmen mit diesen Fragen zu befassen und betrachten Sie dies als einen weiteren Beitrag zum Unternehmenserfolg – und nicht nur als ein zusätzliches IT-Projekt.

Ulrik Lilius
Senior Business Advisor at Avensia

Wie ist der aktuelle Status zum Digital Product Passport?

Die neue Richtlinie befindet sich derzeit noch in der finalen Ausarbeitung. Jedoch gibt es einige Rahmenbedingungen und Vorgaben, die bereits festgelegt sind. Dazu gehört folgendes:

  • Zu den drei wichtigsten Informationen, die erforderlich sein werden, gehören Angaben zum Produkt selbst, zum Akteur (der es auf den europäischen Markt bringt und für den DPP verantwortlich ist) und zur Produktionsstätte.
  • Es wird eine dezentrale Datenspeicherung geben.
  • Die Dateninformationen für Produkte/Komponenten werden maschinenlesbar sein (z. B. offene APIs) und nicht in Dokumenten oder auf Webseiten.
  • Sie werden auf Standards beruhen, die bestehende ISO- (International Organization for Standardization) oder IEC-Normen (International Electronics Commission) einschließen können.
  • Und obwohl diese Informationen transparent sind, wird es einen gewissen Grad an begrenztem Zugang geben, damit Wettbewerber und andere Parteien sensible Informationen schützen können.
Ian Rendall
Play
Play
Ian Rendall
Play
Play
Ian Rendall
Play
Play
Ian Rendall
Play
Play

Datenmanagement-Konzepte für den DPP

Viele Marken und Händler verfügen bereits über PIM-, MDM-, Syndication- und andere Technologieplattformen. Doch es gilt herauszufinden, wie diese optimal eingesetzt werden können. Dabei geht es nicht nur um die Lösung oder Plattform. Es geht um eine zentrale Lösung, die sich durch die Auswahl der richtigen Technologie und Ansätze bestmöglich in die Struktur der Unternehmens-IT-Landschaft einbinden lässt.

Für das effektive Managen der für den DPP erforderlichen Daten sollten Unternehmen in der Lage sein, die Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Datensätzen zu kennen. Dadurch erhalten sie mehr Einblicke und Transparenz in deren Wechselwirkungen, um die Produktherkunft besser nachvollziehen zu können, die von verschiedenen Lieferanten, den verschiedenen Produktionsstätten, den unterschiedlichen Produktionsanlagen und unter Einhaltung unterschiedlicher Arbeitsvorschriften in verschiedenen Ländern stammen, ausgehen.

Es geht ganz speziell um den Multi-Domain Ansatz. Insbesondere um die Fähigkeit, Daten zu unterstützen, die Produkte, Lieferanten, Standorte, Anlagen, Mitarbeiter, Einrichtungen, Transport und vieles mehr betreffen.

Ian Rendall
Global SVP, Solution Engineering at Syndigo

Für DPP- und ESG-Maßnahmen ist das Grundverständnis darüber von elementarer Bedeutung. Aber es geht um mehr als nur um die Einhaltung von Vorschriften. Wenn Sie sich nur darauf konzentrieren, verpassen Sie möglicherweise eine große Chance, Ihren Kunden außergewöhnliche Produkterlebnisse zu bieten. Nutzen Sie die Möglichkeit und kommen Sie der steigenden Nachfrage Ihrer Kunden zuvor.

Learn more about the DPP in our ebook, Top 5 Steps to Prepare for the Digital Product Passport.

Ein strategischer Vorteil – die Zusammenarbeit mit Partnern

Eine intensive Zusammenarbeit der Information Supply Chain außerhalb Ihres Unternehmens ist für Ihre angestrebten ESG-Initiativen unerlässlich. Hier spielen PIM-, MDM- und Syndication-Lösungen eine entscheidende Rolle. Diese Lösungen bieten nicht nur die Basis für die Einhaltung der Rahmenbedingungen und erleichtern den Datenaustausch selbst. Sie unterstützen auch den Austausch der komplexen Zusammenhänge, die sich bei Marken, Händlern, Lieferanten und Herstellern ergeben.

Verharren Sie nicht nur in Ihrem eigenen Silo. Nutzen Sie für Ihre Vorbereitung Erfahrungen und Ergebnisse, die Ihre Partner bereits gemacht haben... und vielleicht können auch Sie ihnen helfen! Diese Zusammenarbeit kann sehr vorteilhaft sein, wenn es darum geht, einige Hindernisse bei der Umsetzung zu beseitigen und gleichzeitig die Komplexität und den doppelten Aufwand zu reduzieren.

Der Weg zum Erfolg

Eine erfolgreiche Einführung des Digital Product Passport erfordert eine sorgfältige Vorbereitung, das Verständnis für den Daten-Footprint, die Prüfung der vorhandenen technologischen Möglichkeiten und die Bereitstellung effektiver Tools für die Zusammenarbeit.

Leistungsstarke PIM-, MDM- und Syndication- Funktionen spielen eine entscheidende Rolle beim Erfassen, Verwalten und Verteilen dieser Daten. Sie bilden die Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung Ihrer DPP-Maßnahmen.

Die Herausforderung des DPP ist seine dynamische Komponente, die uns über die nächsten Jahre hinweg stark beschäftigen wird. Das Thema hat zwei Dimensionen: einerseits ist es die horizontale Breite entlang der Wertschöpfungskette mit seinen Zwischenschritten, und zweitens die Vertikalität mit einem höheren Anspruch an die Daten selbst. Beides führt dazu, dass die Komplexität enorm steigen wird und es noch viel mehr Daten in neuen Domänen und Strukturen zu orchestrieren gilt. Die Antwort hierauf kann nur eine höhere Automatisierung sein, um der Sichtbarkeit und Transparenz hinsichtlich der neuen Regularien gerecht zu werden. Viele heutige Produktstammdatensysteme sind aber viel zu starr und unflexibel.

Garvin Prenzing
Geschäftsführer, Deutschland bei Advellence GmbH

Bleiben Sie über die Entwicklungen zum Digital Product Passport auf dem Laufenden

Es ist von entscheidender Bedeutung, den Überblick über die sich entwickelnden DPP-Anforderungen zu behalten. Bleiben Sie unbedingt auf dem Laufenden, um Ihre DPP-Maßnahmen auf dem neuesten Stand zu halten. Sobald Sie wissen, welche Ergebnisse Sie erreichen wollen und was das für Ihr Unternehmen bedeutet, können Sie die Anforderungen an Ihre Datenplattform besser einschätzen und deren Funktionen erweitern, um die neue DPP-Richtlinie zu erfüllen.

Syndigo beispielsweise unterstützt mit Partnern wie Avensia oder Advellence seit vielen Jahren globale Marken, Händler und Hersteller aus verschiedenen Branchen bei der Umsetzung von ESG. Die Zusammenarbeit mit einem kompetenten Partner kann auch Ihnen dabei helfen, einen genauen Fahrplan für die erfolgreiche Umsetzung Ihrer Digital Product Passport-Maßnhamen zu erstellen und damit die neuen, komplexen Anforderungen zu bewältigen.

Learn more about the DPP in our ebook, Top 5 Steps to Prepare for the Digital Product Passport.